Im Juni brannte in Los Angeles die Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Kühlhauses. Solche Brände sind selten. Wo sie entstehen, beginnen sie oft an Stellen, die man von unten nicht sieht.
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Direkt auf YouTube ansehenAm 17. Juni 2026 geriet im Stadtteil Boyle Heights in Los Angeles die Photovoltaikanlage auf dem Dach eines großen Kühlhauses in Brand. Die schwarze Rauchsäule war kilometerweit zu sehen, Anwohner sollten ihre Häuser nicht verlassen, und eine Ammoniakleitung im Gebäude wurde beschädigt. Erst am 24. Juni meldete die Feuerwehr das Feuer als unter Kontrolle. Auf demselben Dach hatte es bereits im August 2024 einen Brand an der Solaranlage gegeben.
Die Brandermittler der Feuerwehr Los Angeles konnten die Ursache nicht feststellen. Der Betreiber des Kühlhauses führt den Brand auf Prüfarbeiten an der Solaranlage zurück und hat den Anlagenbetreiber verklagt, der das bestreitet. Über die Ursache dieses Falls spekulieren wir deshalb nicht.
Brände an Photovoltaikanlagen sind selten. Der Industrieversicherer QBE hat Daten britischer Feuerwehren ausgewertet: 2025 gab es dort 212 Brände mit PV-Bezug bei rund 1,9 Millionen Anlagen. Wo die Ursache feststand, lag sie am häufigsten an der DC-Verkabelung und an Steckverbindern, danach an Modulen, Batteriespeichern und Wechselrichtern. Auch in Bayern gab es in diesem Jahr Einsätze: Im Mai brannte in Bayreuth ein Solarmodul auf einem Wohnhaus, im September in Ingolstadt ein Modul auf einer Lagerhalle. In beiden Fällen blieb der Schaden auf die Module begrenzt.
Ein Hotspot im Modul, eine überhitzte Anschlussdose oder ein warmer Steckverbinder ist von unten nicht zu erkennen, und der Wechselrichter meldet so etwas meist nicht. Im Wärmebild sind solche Stellen früh sichtbar, weil sie wärmer sind als ihre Umgebung. Bei unserer PV-Inspektion fliegen wir die Anlage mit einer Wärmebild-Drohne Modul für Modul ab. Der Bericht zeigt jede Auffälligkeit mit ihrer Position im Modulplan, damit der Elektrofachbetrieb gezielt prüfen kann. Eine Thermografie ersetzt keine elektrische Prüfung und kann einen Brand nicht ausschließen.
Für Betreiber großer Dachanlagen lohnt sich der Blick auch aus Sicht der Versicherung: Der Industrieversicherer FM hat seine Richtlinie für Photovoltaik auf Dächern (Data Sheet 1-15) im April 2026 vollständig überarbeitet. Eine dokumentierte Inspektion zeigt, in welchem Zustand die Anlage zu einem bestimmten Datum war.
Wärmebild und Optik in einem Überflug, jedes Modul einzeln bewertet, Bericht mit Modulplan — für Wohnhäuser und Gewerbedächer.
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